Überspannungsschutz mit Vorsicherung: Wo die Schutzlücke entsteht

Die Vorsicherung im Überspannungsschutz ist notwendig. Genau hier entsteht das Problem. Warum wird die Vorsicherung im Überspannungsschutz zur Schwachstelle? Weil sie so dimensioniert werden muss, dass sie bei Stoßströmen nicht auslöst und im Fehlerfall dennoch schnell abschaltet. Interne Abtrennvorrichtungen von SPDs können nur sehr kleine Ströme unterbrechen. Dagegen kann die Vorsicherung nur große Ströme unterbrechen.  

Genau daraus entsteht die Schutzlücke mit direkten Folgen für den Schutz und die Verfügbarkeit Ihrer Anlagen.  

Vorsicherung
Zielkonflikt im Überspannungsschutz
Schutzlücke
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Warum ist die Vorsicherung bei SPDs notwendig?

Eine Vorsicherung beim SPD ist Pflicht. Sie übernimmt zentrale Schutzfunktionen im Überspannungsschutz: 

Fehlerfall-Verhalten
Schutz bei Fehlerfällen

SPDs können bei extremen Überspannungen kurzschlussartig versagen. Ohne Vorsicherung drohen Überlast, Brand und Schäden im Verteiler. 

Abschaltverhalten
Keine Abschaltung durch interne Bauteile

Thermische Trennstellen von SPDs sind nicht für das Abschalten hoher Kurzschlussströme ausgelegt. Das SPD kann diese nicht selbst abschalten.

Kurzschlussfestigkeit
Absicherung der Kurzschlussfestigkeit

Die Vorsicherung stellt sicher, dass die SPD-Kombination den Fehlerstrom beherrscht und die Verfügbarkeit der Anlage gegeben ist. 

Warum entsteht beim Überspannungsschutz ein Zielkonflikt?

Der Zielkonflikt im Überspannungsschutz entsteht, weil die Vorsicherung widersprüchliche Aufgaben erfüllen muss: Stoßströme nicht unterbrechen und im Fehlerfall schnell abschalten.  

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Dimensionierung für Stoßströme

Um hohen Stoßströmen ohne Auslösung standzuhalten, müssen Vorsicherungen groß dimensioniert sein.  

Schutzlücke
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Die Entstehung der Schutzlücke

Im Fehlerfall reagiert die Sicherung oft zu spät. Die Schutzlücke entsteht. 

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Risiko für die Anlagenverfügbarkeit

Die Schutzlücke kann dazu führen, dass das SPD zur Brandgefahr wird. Betriebssicherheit und Anlagenverfügbarkeit stehen dann auf dem Spiel.  

Die Schutzlücke

Bei klassischen Konzepten mit externer Vorsicherung entsteht eine kritische Phase:  
Das SPD ist bereits überlastet, aber die zu groß dimensionierte Vorsicherung löst noch nicht aus.  
Das Ergebnis: Das SPD kann zerstört werden, die dahinter liegende Anlage ist gefährdet.  

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Typische Folgen in der Praxis

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Die Schutzlücke

Fehlerströme sind zu klein für die Sicherung, aber zu groß für die Abtrennvorrichtungen eines SPDs. In dieser Konstellation kann das SPD überlastet und zerstört werden, was zu weiteren Anlagenschäden führen kann. 

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Zu langsame Abschaltung

Mechanische Schaltvorgänge von herkömmlichen Überstrom-Schutzeinrichtungen (ÜSSE) wie Leitungsschutzschalter kosten Zeit. Bei kleinen prospektiven Kurzschlussströmen kann das SPD überlastet und der Verteiler zerstört werden, bevor die Sicherung trennt. 

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Verschlechterung des Schutzpegels (Up)

Jede Vorsicherung im Strompfad des SPD erhöht durch zusätzlichen Spannungsfall den Schutzpegel in der Anlage und mindert so die Schutzwirkung für empfindliche Endgeräte. 

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Empfindlichkeit bei instabilen Netzbedingungen

Schwankende Kurzschlussleistungen oder instabile Netzbedingungen erhöhen die Anforderungen an das Ausfallverhalten, das von Standard-Sicherungen oft nicht flexibel genug abgedeckt werden kann. Welche Vorsicherung für den Überspannungsschutz richtig ist, bleibt oft unklar.  

Hoher Planungs- und Installationsaufwand

Warum ist die Auswahl der richtigen Vorsicherung so komplex? Weil mehrere Faktoren gleichzeitig berücksichtigt werden müssen: 

  1. Einhaltung strenger Vorgaben 
    Die Herstellerangaben zur maximalen Ableitervorsicherung müssen eingehalten werden. 
  2. Komplexe Selektivitätsbetrachtungen 
    Die Selektivität zum Netzschutz muss passen, damit nicht der Hauptschutz auslöst.  
  3. Normgerechte Umsetzung 
    Die Auslegung der ÜSSE muss den Anforderungen der DIN VDE 0100-430 entsprechen. 
  4. Zusätzlicher Platzbedarf und Materialkosten 
    Externe Sicherungen benötigen zusätzlichen Platz im Verteiler und erfordern die Einhaltung von Mindestquerschnitten für Anschlussleitungen.  

DEHN ACI: Überspannungsschutz ohne klassische Vorsicherung

Wie funktioniert Überspannungsschutz ohne Vorsicherung? Die DEHN ACI-Technologie (Advanced Circuit Interruption) integriert den Überstromschutz direkt in das SPD-Modul. Der Zielkonflikt entfällt.  

Das verändert das gesamte Schutzkonzept: 

  • keine externe Vorsicherung erforderlich 
  • keine zusätzlichen Spannungsfälle 
  • keine komplexe Selektivitätsabstimmung 
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Ausgangslage

Zwischen interner Abtrennung und Vorsicherung entsteht ein kritischer Fehlerstrombereich. 

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Die Lösung

DEHN ACI eliminiert die Vorsicherung als Fehlerquelle. 

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Ihre Vorteile

Mehr Betriebssicherheit durch integrierten Überstromschutz. 

ACI-Technologie: Auflösung ohne Verzug

Die ACI-Technologie von DEHN schaltet sofort und präzise ab. Das SPD wird sicher vom Netz getrennt, bevor es an seine Belastungsgrenze stößt.  

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Technische Hintergründe ausführlich erklärt

Die ACI-Technologie stellt eine Weiterentwicklung dar, die auf spezifische Herausforderungen im Überspannungsschutz zugeschnitten ist und sich durch folgende Merkmale auszeichnet: 

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Integrierter Überstromschutz

Bei ACI-Geräten ist eine externe Vorsicherung nicht erforderlich, da eine leistungsstarke Schalteinheit direkt in das SPD integriert ist. Dies steht im Gegensatz zu vielen Standard-SPDs, die eine solche benötigen. 

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Konstant niedriger Schutzpegel

Bei ACI-Technologie bleibt der Schutzpegel (Up) konstant unter 1,5 kV. Dies ist ein Vorteil, da bei externen Vorsicherungen der wirksame Schutzpegel durch den zusätzlichen Spannungsfall an der Sicherung ansteigen kann. 

03
Leckstromfreiheit und hohe TOV-Festigkeit

Die ACI-Schalteinheit isoliert im Normalzustand zuverlässig, wodurch keine Leckströme auftreten und die vorzeitige Alterung des Varistors verhindert wird. ACI-Geräte zeigen zudem eine echte Festigkeit gegenüber temporären Überspannungen (TOVs) bis 440 V und überstehen diese Spannung, während Standard-Ableiter in diesem Fall sicher ausfallen würden.

04
Vereinfachter Anschlussquerschnitt

Für viele ACI-Geräte, wie den DEHNguard ACI, ist ein Anschlussquerschnitt von 6 mm² Kupfer immer ausreichend, was die Installation erheblich vereinfacht. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu Standard-Ableitern, die je nach Typ und Installation variierende Querschnitte erfordern können.

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Definiertes Ausfallverhalten

ACI-Geräte deaktivieren sich im Falle einer Überlastung irreversibel und erreichen eine Spannungsfestigkeit von über 4 kV, was eine verlässliche Trennung vom Netz sicherstellt und über einen Fernmeldekontakt signalisiert wird.

FAQs

Viele Fragen rund um den Überspannungsschutz mit Vorsicherung entstehen erst in der Praxis. Die folgenden Fragen und Antworten ordnen die wichtigsten Zusammenhänge ein und zeigen, wo klassische Schutzkonzepte an ihre Grenzen stoßen. 

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